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Agiles Projektmanagement – Regeln, Rollen und Methoden

Bildquelle: startupStockPhotos@pixabay.com - write-593333 Das Abbildung 1: Scrum ist eine Form des agilen Projektmanagements mit dem die Zielerreichung viel wahrscheinlicher ist als mit klassischen Projektmanagement-Methoden.

Das klassische Projektmanagement bringt oft nicht den gewünschten Erfolg. Oft planen die Teams alles ganz genau und dokumentieren jeden Schritt, dennoch schaffen sie es nicht, die gesetzten Ziele zu erreichen. Agiles Projektmanagement kann insbesondere im IT-Bereich Abhilfe schaffen. Dabei bekommen erfahrene Projektteams von den Unternehmen viele Freiheiten, weil die Unternehmen darauf vertrauen, dass das Team die Aufgabe meistern wird. Während der Arbeit ist der Projektfortschritt stets für alle transparent, dazu stimmt sich das gesamte Team täglich ab.

Was genau ist Scrum?

Scrum ist eine Form des agilen Projektmanagements. Das Wort stammt ursprünglich aus dem Sport. Beim Rugby ist ein Scrum ein dichter Haufen von Spielern. Zu Deutsch heißt es auch Gedränge. Beim agilen Projektmanagement arbeiten die Teammitglieder sehr eng zusammen. Sie treffen sich jeden Tag, um den Projektverlauf und die anstehenden Aufgaben zu besprechen.
Sie befolgen bestimmte Regeln und Methoden, um die Ziele zu erreichen. Das macht das Projektmanagement wesentlich agiler und flexibler als das klassische Projektmanagement. Dabei hat jedes Teammitglied spezifische Aufgaben, die sich auf drei Rollen verteilen.

Die Rollen in einem Scrum-Projekt

Es gibt den Product Owner oder Produkteigner, den Srcum Master und das Scrum-Team.

  • Der Product Owner ist der Vertreter der Produktanwender oder der Teilnehmer an dem Projekt, also alle Personen, die von dem Projekt betroffen sind oder ein Interesse an dessen Erfolg haben. Der Produkteigner weiß genau, was die Stakeholder oder Kunden wollen. Auch aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und Kundendienst können sich Anforderungen ergeben.
  • Der Scrum-Master verantwortet den Scrum-Prozess. Er ist Moderator und unterstützt das Team. Er ist dafür zuständig die Zusammenarbeit zu fördern und Hindernisse zu beseitigen. Er sorgt dafür, dass das Team alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung hat und ist zudem Ansprechpartner für alle, die nicht zum Scrum-Team gehören. Er hilft bei methodischen Problemen und stellt die Einhaltung der Regeln für agiles Projektmanagement sicher.
  • Das Projektteam besteht meist aus fünf bis zehn Mitarbeitenden. Sie organisieren ihre Aufgaben selbst. Im Team gibt es keine Hierarchie. Für alle gelten dieselben Rechte und Pflichten. Da die Teammitglieder aus verschiedenen Fachbereichen stammen, hat jeder andere Kompetenzen. Es sollten alle Fachbereiche vertreten sein, die zur Lösung der Projektaufgabe beitragen. Die Teammitglieder arbeiten aus eigenem Antrieb und sollten sich die Projekte selbst heraussuchen.

So laufen Scrum-Projekte ab

Es gibt beim agilten Projektmanagement verschiedene Methoden, die viel Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordern. Es gibt keine umfangreiche und ausführliche Planung zum Projektbeginn. Die Planung erfolgt adaptiv und in schneller Abstimmung mit dem gesamten Team. Insbesondere im Bereich Softwareentwicklung ist Scrum von großer Bedeutung.

Scrum ist deshalb so agil, weil es nur wenige Regeln gibt, die sehr einfach zu befolgen sind. Sie sollen das Projektteam und die Zielerreichung unterstützen. Am wichtigsten dabei ist, dass die Teams sich selbst organisieren können und es auch dürfen. Das Projektteam bekommt zu Beginn einen Auftrag und legt in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber die Ziele für das Projekt fest. Die Projektarbeit selbst, legt das Team fest. Es gibt keinen Projektplan, an den sich das Team halten muss.

Der Scrum-Prozess

Jedes Projekt beginnt mit einer Idee oder einer Vision eines Produktes, das der Auftraggeber realisiert haben möchte. Das ist der Auftrag. Aus der Produkt-Idee werden Story Cards oder User Storys aus Sicht des Anwenders, die die verschiedenen Merkmale und Funktionen des Produkts beschreiben. Das ist die Grundlage für den Scrum-Prozess.

Aus den Story Cards und den Anforderungen des Kunden entstehe ein Product Backlog, also eine Sammlung aus allen Funktionen und Merkmalen des fertigen Produkts. Die erste Zusammenstellung ist noch sehr grob und wird im Projektverlauf immer genauer.

Der Prozess beim agilen Projektmanagement mit Scrum besteht aus mehreren sogenannten Sprints, bis das Ziel erreicht ist. Ein Sprint ist eine bestimmte Zeitdauer, die fest vorgegeben ist und maximal einen Monat lang ist. Beim Sprint Planning geht es immer nur um den nächsten Sprint und die dabei zu erreichenden Sprintziele.

Im sogenannten Sprint Backlog ist ein genauer Umsetzungsplan für den anstehenden Sprint enthalten. Dabei ist jederzeit ersichtlich, welche Aufgaben bereits erledigt sind. Die erledigten Aufgaben heißen Ticket und sind alle im Sprint Backlog aufgeführt. Der Sprint Backlog ist auch gleichzeitig der Maßnahmenplan für den nächsten Sprint.

Täglich finden 15-minütige Treffen statt, die sogenannten Daily Scrums. Dort berichtet jedes Teammitglied, was seit dem letzten Daily Scrum erledigt wurde, was bis zum nächsten Daily Scrum erledigt wird und was die Arbeit behindert. Der Scrum Master kümmert sich um die Beseitigung der Hindernisse und macht alle Fortschritte am Sprint-Burndown-Chart sichtbar, sodass alle sehen können, wie das Projekt vorangeht.

Nach jedem Sprint findet zum Abschluss ein Sprint-Review-Meeting statt. Dabei ist der Produkteigner ebenfalls anwesend und wird über die Fortschritte informiert. Er prüft dabei genau, ob das Team alle Kriterien, die vorher für die Fertigstellung festgelegt waren, auch eingehalten hat. Wenn dem so ist, werden alle Punkte im Sprint Backlog abgehakt und ins Produkt Backlog übertragen. Mit diesen Ergebnissen startet der folgende Sprint.

Die Sprint Retrospective findet in einem separaten Treffen zwischen der Sprint Review und der Planung des nächsten Sprints statt. Dabei besprechen die Teammitglieder, wie der Sprint verlaufen ist, wie die Zusammenarbeit der beteiligten Personen war, wie gut die Kommunikation funktioniert hat, wie die Abläufe waren und welche Werkzeuge gut oder schlecht waren. Dabei hält das Team fest, was für den nächsten Sprint verbesserungswürdig ist. Die Erkenntnisse können auch dazu dienen, zukünftige Scrum-Projekte zu verbessern und damit einen Lernprozess unterstützen.

Abbildung 1: Pixabay © 41330 (CC0 Public Domain)

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