Gehaltsstudie 2009. Die (Einstiegs-) Gehälter von Hochschulabsolventen und Praktikanten
 

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Hilfestellung bei der Bewerbung: Was ist den Personalern wichtig?

Bildquelle: Production Perig – 373089328 / Shutterstock.comDie berufliche Zukunft ist insbesondere für jungen Menschen eine entscheidende Frage in ihrem Leben. Viele Entscheidungen müssen bereits nach dem Schulabschluss getroffen werden.

Welche Hochschule soll besucht werden? Wie wichtig sind Auslandserfahrungen für den Lebens-lauf? Wie hat eine digitale Bewerbungsmappe auszusehen? Welche Bedeutung haben Jobmessen und wie effektiv sind Initiativbewerbungen? Wir haben diese Fragen den Unternehmern von www.wettanbieter.de gestellt. Folgendes ist herausgekommen:

Ist der Name der Hochschule wichtig für eine Bewerbung?

Es wird immer sehr viel von Elite-Universitäten und Hochschulrankings geschrieben und gesprochen. Tatsache ist, dass vielen Personalern der Name der Hochschule nicht unbedingt viel bedeutet. Vielmehr sind die Qualifikationen, die der Kandidat auf dem Weg zum Bewerbungsschreiben und bestenfalls auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch gesammelt hat. Eine umfassende und reichhaltige Ausbildung ist wesentlich essentieller als der Name der Universität, die besucht wurde.

#67587098 © hitdelight - Fotolia.com

Infografik: Ein Fernstudium ist bei Arbeitgebern tatsächlich sehr angesehen und wird als Zeichen für hohes Engagement gesehen. Dennoch sind vor allem hohe Kosten für den Studenten mit dem Studium verbunden. Infografikquelle: eigene Darstellung.

Wie wichtig ist die Erfahrung im Ausland?

Wie sich herausstellt, gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem, was Bewerber in Bezug auf Auslandsaufenthalte glauben und das, was Personaler für wichtig halten. Tatsächlich glaubt nur ein kleiner Anteil, dass ein Auslandsaufenthalt wirklich Vorteile mit sich bringt und bestenfalls einen netten Zusatz darstellt. Auch wenn Bewerber das vollkommen anders sehen. Aber man sollte sich vor Augen halten, dass ein Aufenthalt im Ausland immer noch für das eigene Leben eine wertvolle Erfahrung darstellt.

Wie sollte im digitalen Zeitalter ein Lebenslauf aufgebaut sein?

Der Lebenslauf sollte eine Art Visitenkarte des Bewerbers sein, die folgende wichtigen Punkte ent-halten sollte (andere können dagegen weggelassen werden):

  • wichtige Ereignisse des Werdegangs: Schule, Studium, Praktika, nebenberufliche Erfahrungen
  • akkurate Daten, Erfahrungen und Fähigkeiten
  • diese sollten sich in Zeugnissen bzw. Zertifikaten widerspiegeln, sonst können Personaler durch-aus skeptisch beim Überprüfen der Bewerbung werden
  • Verweise auf die Grundschule sollten dagegen nicht unbedingt in einem aktuellen Lebenslauf zu finden sein
  • Nebenjob oder Praktika, die älter als sechs Jahre sind und nicht im Zusammenhang mit der angestrebten Tätigkeit stehen, müssen auch nicht erwähnt werden

Unterschrift bei elektronischer Bewerbung: Hier sind sich einige Personaler uneinig. Einige wünschen sich eine eingescannte Unterschrift unter dem Lebenslauf, anderen ist es wiederum egal.

Die Lücke im Lebenslauf

Aus welchen Gründen auch immer kann es passieren, dass sich eine sogenannte Lücke im Lebens-lauf auftut, auch wenn es sich aus der Sicht des Bewerbers nicht unbedingt um vertane Zeit handelt. Schließlich ist man zu jeder Zeit in irgendeiner Form beschäftigt, sei es mit sich selbst, mit der eigenen Familie oder bei Suche nach der nächsten Aufgabe. Hier kommt es darauf an, solche Zeiträume nicht wie sinnlos verstrichene Zeit aussehen zu lassen.

Die Lücke schließen

Es geht hier nicht darum zu lügen oder den Lebenslauf auf künstliche und kosmetische zu verschönern, sondern tatsächlich tief in sich zu gehen, um herauszufinden, was man während dieser Zeit getan hat und dies möglichst ehrlich zu vermitteln. Schließlich sind Zeiten der Neuorientierung z.B. vor dem Studium oder der Ausbildung, Mutterschaft, Fortbildungen und Kurse oder sogar Arbeitslosigkeit bzw. Arbeitssuche keine Seltenheit mehr oder etwas, für das man sich schämen müsste.

Wie ein Bewerber mit Schwächen umgehen sollten

Schwächen sollten weder Teil des Bewerbungsschreibens noch des Lebenslaufes sein. Das hat nicht unbedingt etwas mit Unehrlichkeit zu tun, denn sie werden sicherlich nicht aus dem Bewerbungsprozess ausgeklammert. Aber sie werden meistens während des Bewerbungsgesprächs zum Thema. Hier hat man allerdings die Möglichkeit diese vermeintlichen Fehler zu kontextualisieren und zu schildern, was man aus ihnen lernen und wie man sich verbessern kann. Wichtig ist: Keine Plattitüden angeben wie z.B. „zu ehrgeizig“, „zu perfektionistisch“ oder „zu ungeduldig“.

Privatangelegenheiten bleiben privat, Lügen sind wenig ratsam

Private Probleme sollten allerdings weder Teil des Bewerbungsschreibens noch des hoffentlich anschließenden Gespräches sein. Deswegen ist auch ratsam, die eigenen Social Media Profile entweder aufzuräumen oder so zu schützen, so dass sensible Daten nicht für Dritte zugänglich sind. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass Personalfachkräfte auf den Social Media Profilen der Bewerberin oder des Bewerbers Nachforschungen anstellen. Auf keinen Fall sollten jedoch Aussagen über Erfahrungen oder Fähigkeiten gemacht werden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Diese können entweder schon im Bewerbungsgespräch auffliegen oder später sogar im Job, wenn die notwendigen Auflagen nicht erfüllt werden können. Dies kann sogar ein Kündigungsgrund sein.

Sollten Gehaltsangaben in Stellenangeboten gemacht werden?

Auch hier gibt es eine nicht zu ignorierende Diskrepanz zwischen Bewerber und Personaler. Während die meisten Bewerber der Meinung sind, dass in Stellenanzeigen verbindliche Angaben zum zukünftigen Gehalt gemacht werden sollten, verhält es sich auf der Seite der Personaler genau umgekehrt. Denn viele von ihnen halten dies nicht für notwendig. Bundesministerin Manuela Schwesig von der SPD forderte im letzten Jahr sogar, dass Gehaltsangaben in Stellenangeboten zur Pflicht werden sollen. Einigung diesbezüglich kann man jedoch vorerst nicht erwarten.

Studienrichtung

Durchschnittliches Brutto-Einstiegsgehalt (im Jahr)

   

Grafik/Design

40.000 Euro

Sprach- und Kulturwissenschaften
40.000 Euro
Pharmazie, Lebensmittelchemie
41.000 Euro
Wirtschaftswissenschaften
45.000 Euro
Informatik
48.500 Euro
Rechtswissenschaften
48.500 Euro
Medizin
50.000 Euro
Wirtschaftsingenieurwesen
51.000 Euro
Ingenieurwissenschaften
51.000 Euro
Informatik (mit Promotion)
53.000 Euro
Rechtswissenschaften (mit Promotion)
58.000 Euro

Tabelle: Die durchschnittlichen Einstiegsgehälter fallen von Fachgebiet zu Fachgebiet sehr unterschiedlich aus. Außerdem scheint es auch einen Unterschied zu machen, ob man mit Promotion oder ohne Promotion einen Abschluss gemacht hat, wie man bei den Rechtswissenschaften und der Informatik unschwer erkennen kann.

Welche Hilfestellungen können Job- und Karrieremessen bei der Jobsuche bieten

Von Job- und Karrieremessen versprechen sich viele Schüler, Studenten und Arbeitnehmer, Kontakte mit zukünftigen Arbeitnehmern knüpfen zu können. Leider stimmt das nur bedingt, denn viele Bewerber besuchen diese Messen zwar, um sich zu informieren, aber viele Repräsentanten von Unternehmen können sie damit nicht erreichen. Diese sind nämlich weniger vom Sinn und Zweck solcher Veranstaltungen überzeugt. Trotzdem kann es ein Ort sein, an dem man zumindest einen ersten Überblick über Firmenangebote bekommen kann.

Wieviel sinnvoll sind Initiativbewerbungen?

Initiativbewerbung kosten viel Arbeit und Zeit. Denn nicht nur muss man herausfinden, wofür man sich genau in dem Wunschunternehmen initiativ bewirbt, auch der richtige Ansprechpartner muss gefunden werden, damit die mühevoll zusammengestellte Bewerbung nicht ungesehen in der Versenkung verschwindet. Gelesen werden solche Bewerbungen meistens. Personaler sagen auch, dass sie die Aufmerksamkeit für interessante Kandidaten wecken können. Andererseits darf man sich auch nicht zu viel von den Resultaten versprechen.

Keine Erfolgsgarantie bei der Initiativbewerbung

Eine Erfolgsgarantie ist eine solche Bewerbung selten. Schließlich bewirbt man sich für eine Stelle, die de facto nicht existiert. Stellenausschreibungen kosten aber auch eine Menge Geld und die Sichtung von Bewerbungen und die Suche nach geeigneten Kandidaten erfordert eine Menge Arbeit. Mit etwas Glück findet sich vielleicht das ein oder andere kleine oder mittelständische Unternehmen, deren Mittel gerade in dieser Hinsicht etwas begrenzter sind und das kurz davor steht, eine neue Stelle zu besetzen. Eine Portion Glück spielt hierbei definitiv eine Rolle.

Fazit: Die Jobsuche gestaltet sich heutzutage auch im Informationszeitalter nicht immer einfach. Es gibt große Konkurrenz, aber auch Mittel, Weg und kleine Tricks, um aus der Masse herauszustechen: Schon früh sollte der Bewerber damit beginnen Erfahrungen und Fähigkeiten zu sammeln, welche für die gewünschte Stelle wichtig sein kann. Der Name der Hochschule ist dann letztendlich weniger relevant. Beim Lebenslauf sollte man sich auf die für den angestrebten Arbeitsplatz entscheidenden Dinge beschränken. Allerdings spielt auch immer ein bisschen Glück eine Rolle, selbst für engagierte Bewerber, die Initiativbewerbungen verschicken und auf Jobbörsen unterwegs sind.

Bildquelle: Production Perig – 373089328 / Shutterstock.com

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